Dienstag, 2. August 2011

Minijobs - Fluch oder Segen?

Minijobs sollten eigentlich eine Möglichkeit bedeuten, steuerfrei bis zu 400 Euro monatlich hinzuzuverdienen. Zum Beispiel als Ehefrau, die ansonsten von ihrem Ehemann lebt. Wer die Zeitungen aufschlägt, findet vor allem in kostenlosen Anzeigenblättern immer mehr Ausschreibungen für Minijobs. Das Gebiet hat sich inzwischen von der Gastronomie auf Steuerbüros, auf die Altenpflege oder sogar Redaktionen ausgebreitet. De facto ist ein Minijob aber - wenn jemand nur einen solchen bekommt - eine Armutsfalle, die den Staat einmal viel kosten wird. Wer 400 Euro als Minijobber verdient, muss dafür keine Steuern zahlen, doch derjenige ist auch nicht sozialversichert. Zwar zahlen einige Arbeitgeber zuzüglich pauschal rund 60 Euro Abgaben an die Knappschaft (30 Euro KV, 30 Euro RV), aber der Arbeitnehmer ist damit absolut nicht sozialversichert. Das muss er zuzüglich irgendwie aufbringen. Ein unerträglicher Zustand. Zudem zahlen nicht alle Arbeitgeber eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Viele Minijobber leisten über die 400-Euro-Grenze hinaus Stunden (Stundenlohn: meist 7,50 Euro bis 8 Euro), bekommen aber nur ihre 400 euro monatlich. Insofern bekommt der Arbeitgeber ein zinsloses Darlehen für diese "Überstunden". Teilzeit- oder Vollzeitstellen gibt es immer weniger, viele Arbeitgeber stoßen sich über Minijobber gesund. Wer nun einen zweiten Minijob anstrebt, wird versicherungspflichtig. Und da das einigen Arbeitgebern nicht passt, bekommen viele keinen zweiten Minijob. Es muss sich dringend etwas ändern, damit Arbeitnehmer nicht ausgebeutet werden und im Alter ohne Sozialversicherung dastehen. 

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